Warum tut man sich das an – schmeißt den vermeintlich sicheren Job und begibt sich auf eine, gelinde gesagt, unbestimmte Reise, mit dem groben Ziel vor Augen 100 Konzerte in 100 verschiedenen Städten spielen zu wollen, und das alles in nur einem Jahr, obgleich man doch überhaupt keine Erfahrung mit dem Spielen von Konzerten oder gar Kontakte in die Musikwelt vorzuweisen, und darüber hinaus nicht die geringste Ahnung davon hat, wie man ein Konzert organisiert und auch gar nicht weiß, ob einem das Spielen vor Publikum überhaupt liegt …

Steht die Architektur auf dem Abstellgleis oder ist es nicht die ganze Zeit über die Musik gewesen – vielleicht ist es das, was ich mit der Reise versucht habe zu beantworten. Nach mehr als 70.000km on the road und, nun wirklich, 100 Konzerten – 53 davon in Deutschland, der Rest im Ausland – sehe ich die verwobenen Grenzen klarer; ob mich das allerdings weiterbringt, steht auf einem anderen Blatt.

Es ist unglaublich, was für Menschen ich an was für Orten begegnet bin, was ich gesehen, gerochen, gegessen und gefühlt habe – all diese Erlebnisse, diese Erfahrungen bündeln sich, wenn auch nur im Ansatz, in den Blogeinträgen, mit denen ich bis zuletzt gekämpft habe. Dabei war es nicht wichtig, ob das Konzert in einer Weltmetropole oder irgendwo in der Provinz, also wo, stattgefunden hat – wichtig war das warum und wie.

Unendlich viele Leute, ob Freunde, Bekannte, Verwandte oder bis dahin Unbekannte, haben geholfen dieses Projekt zu verwirklichen und es wäre töricht, wenn ich versuchen wollen würde, die Personen einzeln aufzuzählen. Deswegen bedanke ich mich einfach bei allen, gleichermaßen, für diesen Teufelsritt, für das mit Abstand, spannendste und ereignisreichste, turbulenteste und auch niederschmetterndste, aber alles in allem wohl schönste Jahr meines Lebens.

 

I am an architect, at least on paper I am, so why quit and follow some obscure concept – 100 concerts in 100 different cities in 2016 – well, I guess I wanted to figure out more about myself, about life, about people.

I played everywhere they let me – in living rooms, concert halls, theatres, universities, a ryokan, clubs, bars and on public places, and by doing so I met the most incredible people throughout the year who were willing to help and support my project as much as they could. This year, this rollercoaster, was by far the most exciting and at the same time most grueling year of my life but it would not have been possible to realise without the generous help of all of you; so, thank you very much. 

 

Vielen Dank – an Alle, für Alles ❤️️

(Berlin, den 21. März 2017)